Archiv 2009

Maggi Kochstudio: Innovation wird zur Institution

Das Maggi-Kochstudio feiert 50jähriges Jubiläum – Zeit, sich mit dieser phänomenalen Verkaufsidee gebührend zu befassen! Das Maggi-Kochstudio zeigt, wie aus einer innovativen Idee über die Jahre eine feste Institution wird, die zu einen hohen Bekanntheitsgrad und einer festen Kundenbindung beiträgt.

Champignons putzen? Backofen vorheizen? Selbst solche einfachen Anweisungen lassen Freizeitköche heute oftmals rätseln. Dann ist fachlicher Rat gefragt. Seit 50 Jahren versorgt das „Maggi“-Kochstudio Haushalte mit Küchentipps und -tricks. Per Post, Telefon und Email suchen jedes Jahr zehntausende Verbraucher Unterstützung.

Marketing für „Maggi“-Produkte zu betreiben gehörte zur Gründungsidee des Kochstudios, das sich als Marktführer vor den Konkurrenten „Knorr“ und „Dr. Oetker“ sieht. 1958 kamen Ravioli in der Dose auf den Markt. In der Vorführküche wurden dazu weitere, einfach nachzukochende Rezepte entwickelt und konnten probiert werden. Aufgetischt wurden Ravioli mit Sauerkraut und Spiegelei. Es folgten Käse-Igel, Schichtsalat, Russische Eier, Schinkenröllchen oder Zwiebelschnitzel, für dessen Soße Tütensuppe herhalten musste.

„Guten Tag, liebe Hausfrau. Hier spricht das Maggi-Kochstudio", lautete die Rat und Hilfe versprechende Begrüßungsformel. Vor 50 Jahren, am 9. Juni 1959, eröffnete in der Innenstadt von Frankfurt am Main die erste deutsche "Lehrküche" der bis dato vor allem durch ihre Speisewürze bekannten Firma. Sie ist quasi die Mutter aller Kochshows.

Zur schlichten Einrichtung des ersten Kochstudios gehörten lediglich ein Gästeraum, ein Herd und ein Tisch. Um den gruppierten sich die Beraterinnen. Mit "Geschmacksprüfungen und Feinschmeckerdiplomen bei täglichen Gruppenvorführungen" ging Maggi neue Wege der Kundenwerbung. So lernte mancher in der Bundesrepublik zunächst übers Radio und ab 1962 auch im Fernsehen das Kochen.

Bereits 1887 hatte der Firmengründer Julius Maggi mit der Herstellung der gleichnamigen braunen Würze im schweizerischen Kempttal den Grundstein für den Unternehmenserfolg gelegt. Ab 1898 wurde in Singen am Bodensee produziert, in Berlin saß die Zentrale der deutschen Maggi GmbH. 1908 kam der legendäre Fleischbrühwürfel als Suppenfleischersatz auf den Markt.
Seit 1947 ist Maggi Teil des Nestlé-Konzerns. Die Produktion im Nachkriegsdeutschland sollte bald mit dem Wirtschaftswunder mitwachsen. Dafür wollte die Firma die bürgerliche Kochkunst nur noch in entsprechende Bahnen lenken: Neben der braven Werbefigur "Fridolin", seit Mitte der Fünfzigerjahre auf Litfaßsäulen, Messen und Märkten für die Maggi-Reklame unterwegs, wurde 1959 die damals hochmoderne Schauküche eingerichtet.

Begeisterte Hausfrauen verlangten nach Rezepten rund um Raviolidosen und Rinderbouillon. Das war die Geburtsstunde der ersten Telefon-Hotline, die damals "fachliche Beratung des telefonischen Küchendienstes der Deutschen Postreklame" hieß. Inzwischen ist der Rezeptabruf der meistgenutzte Service bei Maggi, auch übers Internet. "Unsere Datenbank umfasst mehr als 8 000 Rezepte", sagt Gunda-Hedi Pfeifer, Leiterin des Maggi Kochstudios. "Man kann mit unseren Rezepten 22 Jahre täglich kochen, ohne sich zu wiederholen." Allein im Jahr 2008 wurden die Anleitungen mehr als neun Millionen Mal heruntergeladen. Dazu gibt es Tipps für Picknick oder Diät und eine Pannenhilfe fürs Kochen und Backen.
Die Deutschen halten Maggi die Treue. Die mittlerweile auch in München, Hamburg, Leipzig und Dortmund fürs Publikum eröffneten Kochstudios verzeichnen im Jahr mehr als eine Million Besucher. 16 000 Teilnehmer absolvierten mehr als 1 000 Kochkurse, 700 000 Kochbücher wurden verkauft.

Aus fünfzig Jahren Kochstudio kann man auch etwas über die Geschichte der Bundesrepublik lernen. Im Zeitgeist der 60er Jahre wurde Hoppelpoppel aus Bratenresten mit Kartoffeln kreiert, in den Siebzigern folgten Cordon Bleu und Krabbencocktail, die Achtziger entdeckten das Tiramisu und in den Neunzigern durfte in der multikulturellen Küche das Wok-Huhn nicht fehlen. Das beliebteste Rezept des Kochstudios ist bis heute das Zwiebelschnitzel Meisterklasse - mit oder ohne Fertigwürze.

Etwa 50.000 Anfragen pro Jahr erreichen das Studio, das seine Kunden auch mit Rezepten von der Suppe bis zum süßen Dessert versorgt. Dem Trend zur schnellen Küche hat man sich längst angepasst: Zu den immer einfacher gehaltenen Anleitungen gibt es im Handel die passenden Würz-, Soßen-, Zutaten- oder Fertigmischungen – und umgekehrt.

So funktioniert das Maggi-Prinzip

Maggi wollte sich vor 50 Jahren von den Mitbewerbern auf dem Gewürz-Markt abheben und fand mit dem Maggi-Kochstudio ein sehr gutes Mittel, Kunden über die Beratung zu den Produkten und vor allem deren umfangreiche Verwendungs- und Einsatzmöglichkeiten zu binden. So konnte ein starkes Markenprofil aufgebaut werden. Der konsequente Aufbau dieser Marke, durch regelmäßige TV-Sendungen, Kochclubs- und Kurse, Rezeptbücher sowie Zeitschriften und einem großen Internet-Angebot, hat sie zu einer festen Institution werden lassen, die wirklich jeder kennt.

Wenn auch Sie vom Maggi-Prinzip profitieren wollen, überlegen Sie sich

  • Habe ich die Möglichkeit, Kurse anzubieten, in denen meine Produkte verwendet werden?
  • Welchen zusätzlichen Service kann ich zu meinen Produkten anbieten?