Archiv 2007

Umwelt schonen und trotzdem gut aussehen

Es geht auch anders! Seit Jahren arbeiten die Automobilhersteller nach dem Prinzip Höher - schneller - weiter. Es gibt mittlerweile Oberklasse-Fahrzeuge, die die großen Automobilvermieter nicht mehr im Programm haben - und zwar weil es nicht möglich ist, einem Kunden das Fahrzeug in vertretbarer Zeit zu erklären, so dass er es bedienen kann.

Auf der anderen Seite stehen kleine, umweltschonende, clevere Fahrzeuge - die jedoch leider oft so unattraktiv sind, dass wir unwillkürlich an Schafswollpullis, Turnschuhe und dauerstrickende Ökos denken müssen.

Gibt es da wirklich keinen Mittelweg?

Doch! Citroën stellte auf der IAA in Frankfurt eine Studie vor, die die Franzosen C-Cactus genannt haben - weil das Auto so sparsam ist wie selbiges Gewächs.

Bei diesem Fahrzeug haben die Verantwortlichen die Schlüsselfaktoren eines Automobils vollkommen neu bewertet und paaren den größtmöglichen Verzicht mit Fortschritt und einem neuartigen Design. Damit wurde deutlich, dass sich Kreativität und Sparsamkeit nicht ausschließen müssen!

Die Studie stellt das Thema "Umweltschutz" klar in den Mittelpunkt: Dank neuester Hybrid-Technologie (Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor) verbraucht die automobile Vision nur 3,4 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern.

Außerdem experimentierte man mit umweltschonenden Materialien: Unter anderem kommen Kork, Filz und Wolle zum Einsatz und für die Bodenverkleidung wurde recyceltes Leder verwendet.

Das Prinzip der Ersparnis wurde jedoch in jeder Hinsicht umgesetzt: Um Herstellungskosten zu sparen, haben die Ingenieure die Anzahl der verwendeten Einzelteile drastisch reduziert - und dadurch witzige und intelligente Lösungen entdeckt.

So gibt es zum Beispiel kein Armaturenbrett mehr! Alle Funktionen, die dort normalerweise untergebracht sind, wurden auf der Mittelkonsole und der Lenkradnabe zusammengefasst. Teile, die sonst mühsam versteckt werden, sind im C-Cactus ansprechend entworfen und werden zu wichtigen Gestaltungselementen, so zum Beispiel die Lenksäule oder die Luftkanäle der Klimaanlage.

Schmuckornamente im Innenraum werden erstmals nicht durch Materialzugaben, sondern durch Aussparungen erzeugt. Sie reduzieren den Materialverbrauch und das Gewicht (die Effekte dürften jedoch marginal sein) und sehen dazu hübsch und verspielt aus.

Gestartet wird das Fahrzeug über einen tragbaren MP3-Player mit Touchscreen, eine Klimaanlage und ein großes Panoramadach tragen weiterhin dazu bei, dass das Fahrzeug technologisch auf dem neuesten Stand ist - jedoch nur wo nötig.

Bleibt zu hoffen, dass es bei dem C-Cactus nicht bei einer reinen Studie bleibt!

So funktioniert das C-Cactus-Prinzip

Beim Citroën C-Cactus haben die Entwickler zwei Schwerpunkte gesetzt, die sich bisher oft ausschlossen - aber gar nicht widersprüchlich sein müssen: Umweltverträglichkeit und modernes, cooles Design. Alle anderen Aspekte wurden diesen beiden Schwerpunkten vollkommen untergeordnet und jede Einzellösung biildet einen Teil der Gesamtlösung, was zu einem vollkommen durchdachten und fokussierten Produkt geführt hat.

Wenn auch Sie vom C-Cactus-Prinzip profitieren wollen, überlegen Sie sich

  • Welche wenigen Faktoren wollen Sie weit über den Standard Ihrer Branche steigern?

  • Was der für Ihre Branche üblichen Schlüsselfaktoren können Sie reduzieren oder sogar weglassen?

  • Welche Schlüsselfaktoren könnten Sie neu kombinieren?

  • Wo könnten Sie Widersprüchliches zusammenbringen oder mit Klischees spielen?