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Interview mit Dirk Peretzki, creative consultant bei consulteria Hamburg
Zum 01. April 2009 wird die
consulteria, mit Stammsitz in Bergisch Gladbach, um einen weiteren Standort in
Hamburg verstärkt. Was man von der consulteria in Hamburg erwarten kann, sagte
uns der creativ consultant Dirk Peretzki, im Interview.
querdenk-magazin (qm): Herr Peretzki, warum ist die Wahl für einen weiteren Standort gerade auf Hamburg gefallen?
Zum Einen, weil Hamburg als der sog. „konservative, kühle Norden“ bekannt ist, der lieber sein „eigenes Süppchen kocht“ und für uns als Teamarbeiter somit eine „harte Nuss“ zum knacken darstellt. Zum anderen hat der Norden Deutschlands ganz wenige Großunternehmen, sodass die Firmen vor Ort mit anderen Leistungen glänzen müssen. Um diese Leistungen kennen zu lernen und mit zu erweitern, treten wir an.
qm: Ist das konservative Verhalten des Nordens nicht ein allzu großer Widerspruch zu der Arbeitsweise der consulteria?
Das würden wir nicht sagen. Wir verstehen unsere Zusammenarbeit mit Kunden durchaus als modern aber wir wollen dabei immer die Bodenhaftung behalten. Gesundes, hanseatisches Kaufmannstumm gepaart mit neuen Ideen erscheint uns nahezu als Königsweg. Somit verspricht die Zusammenarbeit sehr spannend zu werden.
qm: Sollte man in der Krise, neue Ideen und Experimente nicht eher meiden?
Generell sind wir der Meinung, dass es keine „richtige“ oder „falsche“ Zeit gibt, um mit etwas Neuem anzufangen. In erfolgreichen Zeiten sollte man an neuen Ideen arbeiten, damit man morgen auch noch erfolgreich ist. In Zeiten, in denen man um seine Existenz fürchten muss, hat man praktisch keine andere Wahl, als nach neuen Wegen zu suchen, damit man wieder erfolgreich ist. – Eins ist sicher, die Zeiten, in denen man sich auf den Erfolgen von gestern ausruhen kann, sind definitiv vorbei!
qm: Wie stehen Sie zu Ihrem Wettbewerb?
Die großen Unternehmensberatungen wie McKinsey, die Boston Consulting Group oder Roland Berger gehören natürlich nicht zu unseren Wettbewerbern. Wir wenden zwar teilweise die gleichen Werkzeuge an, sind aber viel zu klein, um damit zu konkurrieren und legen auch einen anderen Fokus.
Die kleinen und mittleren Beratungsagenturen gehen den Weg, sich immer weiter zu spezialisieren und immer kleinere Nischen vollkommen auszufüllen. Unsere Kunden profitieren jedoch von unserer Branchenvielfalt. Eines der wichtigsten Anliegen ist es, über den Tellerrand zu blicken. Wie aber wollen Sie mit Ihren Kunden neue Ansätze und innovative Ideen entwickeln, wenn Sie keine andere Branche kennen? Gerade das Querdenken führt ja zu den besten Entwicklungen. Wer immer nur für dieselbe Branche arbeitet, verkauft unserer Meinung nach auch immer nur das gleiche Wissen – bis alle Teilnehmer einer Branche wieder das gleiche Know-how haben.
qm: Sie haben als Foto für diesen Artikel ein Bild gewählt, welches Sie als Radsportler zeigt. Wo bleibt das smarte Foto des Unternehmensberaters, mit schickem grauen Anzug und flotter Krawatte?
Dieses Bild habe ich bewusst ausgewählt, da direkte Parallelen zu unserer Arbeit erkennbar sind. Erstens fahre ich nicht allein, sondern in einem Team. Die Fahrer des Teams übernehmen abwechselnd die Führungsarbeit. Ein Fahrer allein, wäre schnell mit seinen Kräften am Ende, wenn er ständig Höchstleistungen erbringt. Zweitens kann dieses Team nur langfristig erfolgreich sein, wenn alle Fahrer sehr gute Leistungen erbringen und sich keiner versteckt oder verstecken muss. Würde es nur einen guten Fahrer im Team geben und dieser wurde ausfallen, dann hätte das ganze Team verloren. Und als dritten Punkt sehe ich den enormen Spaß am Radsport, der frischen Luft, der Natur, …, und der Begeisterung richtig in die Pedale zu treten und mit dem Team zu gewinnen! Diese Eigenschaften des Sports lassen sich nahezu 1:1 auf das Berufsleben übertragen. Wir wollen den Spirit der Firmen entdecken. Alle Mitarbeiter einer Firma bringen ihren Teil zum Erfolg, nicht nur der Chef, sondern das gesamte Team! Und mit frischen, lustigen Ideen, einer gehörigen Portion Mut und konsequentem Arbeiten wird eine Firma fast mit Garantie erfolgreich.
qm: Da spürt man den Elan bei Ihnen!
Das freut mich! Denn erfolgreich sein, ist kein Privileg von einigen wenigen, die gute Ideen anscheinend mit in die Wiege gelegt bekamen. Richtig gute und tragfähige Ideen, kann man sehr genau planen und erarbeiten. Hierzu braucht es gute Methoden um diese Ideen zu erarbeiten, aber, das kann man lernen.
qm: Wenn die guten Ideen so einfach zu entwickeln sind, woran scheitert es denn bei den meisten Firmen?
Wir hören da z.B. „…das mag ja vielleicht in anderen Branchen funktionieren, aber bei uns geht das nicht!“ oder „…wir haben das aber schon immer anders gemacht“. Manchmal hören wir auch „…eigentlich müssten wir ja was machen, aber uns fehlt gerade das Geld für solche Aktionen.“. Zu den ersten beiden Vorwänden können wir nur sagen: Schade für diese Firmen! Wenn wir nicht bereit sind über unseren „Tellerrand“ zu schauen und Neues ausprobieren, dann wird sich auch nichts ändern. Zur Aussage, dass das Geld für ein neues „Experiment“ knapp ist, haben wir Verständnis. Genau hierfür bieten wir eine neue Zahlungsversion an. Der Kunde zahlt zuerst kleinere Raten und am Ende des Zusammenarbeitszeitraumes, wenn die ersten Geschäfte mit der Idee laufen, die größere Abschlussrate. Frei nach dem Motto: „…wenn erstmal Geschäft damit läuft, können wir auch etwas investieren“.
qm: Fehlt es da nicht auch an Mut neue Weg zu gehen?
Ja, natürlich. Aber wenn wir heute den Mut nicht aufbringen, stehen wahrscheinlich 50-100 Chinesen, für eine jeden von uns, in den Startlöchern, um diesen Mut zu beweisen!
qm: Herr Peretzki, vielen Dank für das ausführliche Gespräch und viel Erfolg im Norden.

