Querdenk-Magazin

Im Querdenk-Magazin stellen wir Ihnen interessante Geschäftsideen aus aller Welt vor, die zwar (leider) nicht unsere Ideen waren, aber Ihnen wertvolle Anregungen geben können. Lassen Sie sich inspirieren!

Querdenk-Magazin Ausgabe November 2010

Liebe Querdenkerinnen und Querdenker,

Gerade neulich sagte Dieter Kurpiun, ein treuer Leser unseres Querdenk-Magazins zu mir: „Bei den Beispielen, die Ihr vorstellt, fragt man sich immer: Die Geschäfts-Idee ist so gut – warum ist da vorher noch nie jemand drauf gekommen?“
Das fragen wir uns auch oft. In diesem Newsletter lesen Sie zum Beispiel von einer Designerin, die einen unsichtbaren Fahrradhelm erfunden hat. Tragen Sie Helm?

Ich stehe dazu: Ich trage keinen Fahrradhelm, wenn ich mit meinem Uralt-Hollandrad durch Köln gurke. Warum? Aus demselben Grund, aus dem auch die meisten anderen keinen tragen. Die Dinger sind einfach potthässlich. Man kommt sich vor, als würde man sich eine halbe Wassermelone auf den Kopf schnallen. Und wer macht sich schon gerne zum Gespött der Leute – liebestolle Bauern oder diverse Supertalente mal ausgenommen?

Die Idee, einen schicken Helm zu designen, liegt also eigentlich auf der Hand. Eigentlich. In der Realität ist es aber leider so: Keiner traut sich, dem Designer, der schon seit Jahren Helme für das Fahrrad designed, zu sagen, dass man sich immer noch wie Lord Helmchen fühlt. Eine Abrisskante hier, eine zusätzliche Sicke da, das macht den Helm vielleicht um 0,5 Prozent schöner – aber aus Helm-Verweigerern immer noch keine Fans.

Es braucht also den Mut und die Freiheit, sein eigenes Geschäft mal ganz neu zu denken. Und daran hapert es im Alltag ehrlich gesagt oft. Unsere besten Projekte waren deswegen so erfolgreich, weil Kunden, Externe, Auszubildende oder Ehefrauen an unseren Workshops teilgenommen haben, die kein Blatt vor den Mund nehmen. Und auch wir sagen gerne schmerzhafte Sätze wie: „Das klingt ja alles toll, aber deswegen würden wir das Produkt trotzdem noch nicht kaufen.“ Das ist manchmal schmerzhaft, aber der einzige Weg zu einer radikalen Innovation.
Und wem das nicht liegt: Die Wirtschaft lebt ja nicht nur von radikalen Innovatoren, sondern auch von denen, die das Geschäft bodenständig, ordentlich aber unspektakulär betreiben  und ein bestehendes Produkt lieber Stück für Stück weiter entwickeln.

Sie müssen sich nur entscheiden, auf welche Seite Sie gehören!

Viel Spaß beim Lesen,

Heike Grunwald