Archiv 2010

Gourmet-Kartoffelchip – Nix für Coach-Potatoes!

Wodurch kann sich ein Hersteller von Kartoffelchips von der Konkurrenz unterscheiden? Womit kann er Käufer binden, so dass sie nur sein Produkt kaufen möchten? Die meisten versuchen es auch hier mit ihrer Preisstrategie – die Chips an sich unterscheiden sich nicht wesentlich von denen der Mitbewerber. Die englische Chipsmarke Tyrells hat sich eine ganz neue Käuferschicht ausgeguckt und fährt damit sehr gut: Nicht der Coach-Potatoe vor dem Fernseher, sondern der Feinschmecker, der auf seine Gesundheit achtet, wird mit qualitativ hochwertigen und geschmacklich ungewöhnlichen Kartoffelchips beglückt – die dürfen dann auch weit mehr als der Durchschnitt kosten!

Die Tyrrell Geschichte ist jung, obwohl Auftritt und Anmutung eine althergebrachte Marke suggerieren. Das 2002 in Herefordshire gegründete Unternehmen folgt den Grundsätzen der ökologischen Landwirtschaft. Großflächige Aufnahmen im Stil der 20er und 30er Jahre sowie eine “britische“ Einbettung erzeugen in der Werbung einen äußerst hochwertigen Eindruck. Hinzukommt ein eigenständiger Claim: “Hand cooked potatoes”. Der Marke ist es gelungen, das normalerweise mit dem Kartoffelchipkonsum verknüpfte Image „Coach-Potatoe“ (TV - ungesund - Fett) in ein kulinarisches Erlebnis distinguierter Gourmets zu verwandeln. So heißen die Sorten beispielsweise: “Sea Salted” oder “Chicken & Tarragon”.

Die Preise der Produkte rangieren auf entsprechendem Niveau. Tyrell’s sind die Ferraris unter den Chips, die Kartoffelvariante in der Geschmacksrichtung Sweet Chili & Red Pepper (glutenfrei) kostet 3,49 Euro pro Beutel in üblicher Chipstütengröße, für die Wurzelgemüsemischung (Rote Beete, Möhre, Sellerie) müssen sogar 5,98 Euro bezahlt werden.

Das vom Kartoffelbauer Will Chase gegründete Unternehmen ist eine der beliebtesten britischen Premium Kartoffelchips Marken geworden. Angepflanzt werden die besten Pflanzkartoffeln wie Lady Rosetta und Lady Claire in den fruchtbaren Feldern Herefordshires. Vom Saatgut bis zum fertigen Chip wird jeder Fertigungs-Schritt kontrolliert – streng ökologisch. Gebrauchte Kartons werden wiederverwertet, Schälabfall und unbrauchbare Chips werden von einem lokalen Hof abgeholt und dort an die Tiere verfüttert, gebrauchtes Öl wird in Bio-Kraftstoff verwandelt. Nachhaltige Landwirtschaft und Senkung der Lebensmittel-Transportkilometer brachten 2007 die regionale „Grüne Auszeichnung“ der britischen Industrie- und Handelskammer.

Die Tyrrells Produktfamilie besteht aus sechzehn Sorten Kartoffel-Chips, darunter saisonale und "Best of British" Editionen. Lokal inspiriert sind zum Beispiel Sorten wie „Ludlow Sausage & Wholegrain Mustard“ und „Worcester Sauce & Sundried Tomatoes“.

Tyrells Kartoffelchips sind auch in Deutschland in Feinkostläden oder über Internet-Händler (z.B. gourmondo.de) erhältlich!

So funktioniert das Gourmet-Chips-Prinzip

Tyrells verkauft seine Kartoffelchips deutlich über den Preisen der Mitbewerber. Statt sich auf einen Preiskampf des „immer billiger“ einzulassen, setzt Tyrells ganz im Gegenteil auf hervorragende Qualität und „Handarbeit“ und kann damit den hohen Preis mühelos rechtfertigen. So setzt Tyrells sich von der Konkurrenz ab, nicht der „Coach-Potatoe“ ist die Zielgruppe, sondern der Gourmet!

Wenn auch Sie vom Gourmet-Chips-Prinzip profitieren wollen, überlegen Sie sich

  • Kann ich mich durch ganz besondere Qualität von den Mitbewerbern abheben?
  • Wie kann ich diese hohe Qualität deutlich machen und dadurch hohe Preise rechtfertigen?
  • Kann ich meinem Produkt eine Anmutung von Exklusivität geben, und dadurch eine ganz bestimmte Käuferschicht ansprechen, die mein Produkt sonst eher nicht kaufen würde?