Archiv 2009
Party mit kleinen Reparaturen...
Männer kaufen Werkzeug im Baumarkt – Frauen auf der Werkzeug-Party! Zumindest in den USA, Kanada und Australien, wo die Firma Tomboy Tools erfolgreich Know-how zum Thema Heimwerken veranstaltet und nebenbei speziell für Frauen entworfenes Werkzeug verkauft. Statt wie die großen Baumarktketten mit immer niedrigeren Preisen zu konkurrieren, werden hier sowohl im Produktdesign als auch in der Vertriebsart neue Wege beschritten, mit denen eine Zielgruppe angesprochen wird, die im klassischen Baumarkt bisher kaum Beachtung fand.
Die Firma Tomboy Tools wurde im Jahr 2000 von den drei Freundinnen Jennifer Imel, Janet Rickstrew und Mary Tatum in Denver (USA) gegründet. Ziel war es, speziell Werkzeuge für Frauen anzubieten, denn es zeichnete sich ab, dass immer mehr Frauen die wahren Handwerker im Haus sind. Eine Studie aus den USA beweist, dass 38 % der Hausfrauen auch handwerklich tätig sind.
Dazu geht man im Produktdesign neue Wege: Die Werkzeuge werden so modifiziert, dass sie den Anforderungen der weiblichen Zielgruppe entsprechen. Sie sind leichter und haben gut konturierte Griffe, die auch kleineren Händen einen starken Zugriff erlauben. Zudem sehen die zielgruppenspezifischen Werkzeuge von Tomboy Tools meist schicker aus, weil eben auch auf Design geachtet wird. Ja, und man kann seit kurzem auch eine Kollektion in der Farbe Pink erwerben. :-)
Die erfolgreichsten Produkte werden in Gesamtpaketen angeboten, die jeweils alle wichtigen Werkzeuge für einen speziellen Aufgabenbereich beinhalten.
Auch im Vertrieb geht Tomboy Tools neue Wege. Die Werkzeuge werden im Rahmen von Heimpartys à la Tupperware von mehr als 1.000 Hobbyhandwerkerinnen in USA, Kanada und Australien verkauft, die als Vertriebspartner fungieren.
Bei diesen Partys steht nicht der Verkauf im Vordergrund, sondern das Vermitteln von Know-how. So gibt es z.B. Tomboy Partys zu den Themen: Mosaike fliesen, Wände streichen, Sanitär-Installation für Anfänger, usw. In einer entspannten Atmosphäre unter Freundinnen erfährt die Kundin, wie man Fliesen legt, ein Zimmer streicht oder eine undichte Toilette repariert.
Diese Atmosphäre regt natürlich zum Kauf an, und alle Beteiligten gehen mit dem Gefühl nach Hause, jetzt viel kompetenter bei kleineren Reparaturen im Haus zu sein.
Neben dem Home-Party-Vertrieb werden alle Werkzeuge auch via Onlineshop verkauft. Offene Fragen werden kompetent im Internetforum beantwortet. Hier können Interessierte sich auch als Vertriebspartnerin oder Party-Veranstalterin anmelden.
So funktioniert das Tomboy Tools-Prinzip
Die speziell für weibliche Bedürfnisse entwickelten und designten Werkzeuge, die nicht nur gut funktionieren, sondern auch noch schick aussehen, werden nach einem abgewandelten Tupperparty-Prinzip auf „Heimwerkerinnen-Partys verkauft“.
Wichtig ist hier der Mehrwert für die Gäste dieser Partys, denn die Werkzeuge werden nicht nur vorgeführt, sondern können direkt bei praktischen Kursen ausprobiert werden. So gewinnt die Kundin Sicherheit bei Reparaturen im Haushalt. Sie kann die Vorzüge des speziell für sie entwickelten Werkzeugs persönlich erfahren und kauft überzeugt ein. Durch immer wieder neue Themen bei den Partys können immer wieder neue Werkzeuge gezeigt, ausprobiert und verkauft werden.
Wenn auch Sie vom Tomboy Tools -Prinzip profitieren wollen, überlegen Sie sich
- Gibt es eine Kundengruppe, die bisher mit meinen Produkten noch nicht wirklich angesprochen wurde, und kann ich diese mit einem modifizierten Produkt besser erreichen?
- Gibt es in einen Vertriebsweg, der bisher in meiner Branche noch nicht angewandt wurde, und wie kann ich ihn an meine Zielgruppe anpassen?
- Wie kann ich den Verkauf meiner Produkte durch die direkte Erfahrung des eigenen Ausprobierens seitens des Kunden unterstützen?
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