Archiv 2008

Gemüse frisch auf den Tisch

Wie nicht nur der Milchstreit der letzten Wochen gezeigt hat, haben es die Bauern nicht leicht in unserem Land!

Von den teils hohen Preisen, die wir im Supermarkt bezahlen, kommt nur ein Bruchteil bei den Landwirten an. Immer mehr suchen daher nach neuen Möglichkeiten und nutzen den Trend "Biogemüse".

Zwei innovative Menschen aus Köln haben eine Idee auf dem Land umgesetzt, die seitdem bereits viel Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen hat. Und das Interessante: Anstatt dem Kunden immer mehr Arbeit abzunehmen, lassen sie ihre Kunden selber arbeiten - und lassen sich das auch noch bezahlen!

Frisches Gemüse ist für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sehr wichtig. Viele Konsumenten kaufen ihr Gemüse auf dem Wochenmarkt oder als Bio-Produkt im Supermarkt.

Doch woher kommt das Gemüse? Ob es frisch ist oder nicht, erkennt man mit bloßem Auge. Aber wie erkennt man ob es schadstofffrei angebaut wurde? Richtig, gar nicht.

Also bleiben einem nur zwei Dinge entweder zum Gemüsehändler des Vertrauens gehen, oder sein Gemüse selbst anbauen.

Sie denken das ist unmöglich? Es hat nicht jeder einen großen Garten zu Hause? Das stimmt natürlich. Es sei denn, man kennt das Konzept "gartenglück".

Katrin Ivanov-Below und Evgeny Ivanov haben das Gemüse-Selbst-Ernte-Projekt im Jahr 2005 ins Leben gerufen.

Sie vermieten Beete auf dem Land, wo jeder sein Gemüse selber unter fachmännischer Anleitung anpflanzen kann.

Bei gartenglück kann jeder mitmachen, Kinder, Erwachsene, Familien, Single, Paare, gärtnerische Vorerfahrung ist nicht notwendig. Katrin und Evgeny Ivanco übernehmen die weniger schöne Arbeit, sie bereiten den Boden vor und säen und pflanzen im April verschiedene Gemüsearten, Kräuter und Blumen ein. Die Gartenarbeit der Interessenten beschränkt sich also auf die Sommermonate von Mitte Mai bis November. Schon Anfang Juni können Radieschen und Salat geerntet werden.

Das Innovative bei gartenglück ist nicht die Selbst-Ernte allein: Katrin Ivanov-Below und Evgeny Ivanov haben keinen zugehörigen landwirtschaftlichen Betrieb, wie es in der Landwirtschaft üblich ist. 

Sie müssen sich um den Vertrieb der Produkte, Logistik und Frischhalten keine Sorgen machen: Die Konsumenten holen ihre Produkte selber vom Feld ab. Damit entfallen große Lagerflächen oder teure Erntemaschinen.

Die Felder von gartenglück können insgesamt in 120 Parzellen unterteilt werden. Eine Parzelle ist 100 Quadratmeter groß und enthält circa 25 verschiedene Gemüsearten. Eine Parzelle kann eine vierköpfige Familie eine Saison mit frischem Gemüse versorgen. Das Gemüse, welches in dieser Zeit geerntet wird, hätte im Supermarkt einen Einkaufwert von 600 bis 700 Euro. Der einmalige Saisonbeitrag für eine Parzelle von 100 Quadratmetern beträgt 220 Euro. Es ist auch möglich ein halbe Parzelle also 50 Quadratmeter grün zumieten. Der Saisonbeitrag für eine halbe Parzelle beträgt 120 Euro. Wer sich bis Mitte März verbindlich anmeldet, darf sich seine Parzelle selbst aussuchen.

Katrin und Evgeny Ivanco stehen an zwei festen Terminen in der Woche für ihre Gärtner und Gärtnerinnen zur Verfügung. In dieser Zeit beantworten sie Fragen und geben Tipps. Desweiteren stellen sie Gartengeräte, Wasser und Informationen zum jahreszeitlichen Gartengeschehen zur Verfügung.

Gartenglück ist eine gelungene Abwechslung zum Alltag nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder. Gartenglück gibt interessierten Menschen die Gelegenheit, sich draußen aktiv mit ihren täglichen Nahrungsmitteln zu befassen. Die Ernte der verschiedenen Gemüsearten steht hier im Mittelpunkt.

Und so erbringen die Kunden einen Großteil der notwendigen Arbeit selbst - und erleben dies als interessante Freizeitaktivität!

So funktioniert das gartenglück-Konzept

Bei gartenglück erbringen die Kunden selbst einen Großteil der Leistung. Die Inhaber beschränken sich auf die mindest notwendigen Funktionen.

Damit entfallen Aufgaben wie Vertrieb der Produkte, Bewirtschaftung mit großen Maschinen und Vorratshaltung - und damit Kosten.

Gartenglück profitiert dabei vom Trend "Zurück zur Natur" und spricht die wachsende Zielgruppe von Menschen an, die sich wieder gesunder ernähren wollen.

Wenn auch Sie vom gartenglück-Prinzip profitieren wollen, überlegen Sie sich

  • Wie können Ihre Kunden einen Teil der Wertschöpfung selber übernehmen?
  • Welche großen Trends gibt es? Wie könnten Sie diese nutzen?
  • Wie können Sie Ihr Produkt zu einem echten Erlebnis werden lassen?