Archiv 2008

Das Revival der Knutschkugel

Der neue Fiat 500 ist auch so schon ein gelungenes Fahrzeug und einer der Hingucker auf der IAA im September 2007.

Dennoch hat man sich auf die Wirkung des Autos mit Retro-Charme nicht verlassen, sondern ein Online-Marketing gestartet, das besonders in der Automobilbranche seinesgleichen sucht. Erstmalig hat Fiat dabei die potenziellen Kunden im ganz großem Stil in die Entwicklung des Fahrzeugs und des Marketing-Konzeptes einbezogen. Open Innovation ist das Stichwort...

Auf der Webseite des Fiat 500 wurde ein so genanntes Concept Lab eingerichtet. Über 15 Millionen neugierige Besucher registrierten sich dort vor dem Marktstart.

Dort konnten Sie für den Fiat 500 selbst Designvorschläge unterbreiten - von der Außenfarbe bis hin zur Ausstattung. Egal ob Rallyestreifen oder ausgefallene Schachbrett-Muster.

Begeisternd ist aber auch die Konsequenz, mit der die Ergebnisse umgesetzt wurden: Eine hochkarätige Jury wählte aus den Ideen die besten aus und prämierte sie mit einer Geldprämie.

Heute gibt es insgesamt knapp 320 Kombinationsmöglichkeiten für die Außenausstattung, inklusive Chrom-Stoßstangen, innovativen Außenfarben oder Klebesätzen. Gemeinsam mit den über 370 Optionen für die Innenausstattung ist es theoretisch möglich, dass während der nächsten Jahre kein Auto dem anderen gleicht.

Da der Erfolg so groß war, konnten später auch Slogans und Sticker für die Marke entwickelt werden.

Die kultige Knutschkugel erlebt nach 50 Jahren so ein Revival, Fiat ging es bei diesem neuen innovativen, wie auch mutigem Konzept darum eine kollektive Erinnerung zu provozieren. Der Mythos sollte fortgesetzt werden und die erfolgreiche Markeinführung vereinfachen.

Der Fiat 500 soll für Fiat das werden, was der iPod für Appel bedeutet. Mit der Knutschkugel will man den Markt erobern und besonders den Smart von Italiens Straßen verdrängen. Aber nicht nur Smart wird von Fiat angeriffen, auch Mini soll Konkurrenz bekommen, durch einen 500 mit einem 135 PS starkem Motor.

Am 04. Juli, genau 50 Jahre nach Veröffentlichung seines "großen Bruders" erblickte der Fiat 500 das Licht der Straßen. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte Fiat knapp 25.000 Vorbestellungen.

Die Jahresprognose des Konzerns lag zu dem Zeitpunkt bei 120.000 bis 140.000 Fahrzeugen im ersten Jahr. Im Februar 2008 musste die jährliche Produktion auf 190.000 erhöht werden, um die Lieferfristen einhalten zu können. Allein in Deutschland (Veröffentlichung des 500 im Oktober 2007) gab es bis Ende des Jahres 2007 fast 2200 Neuzulassungen für das auffällige Fahrzeug.

"Open Innovation" ist einer der großen Megatrends. Unter diesem Namen beziehen immer mehr Unternehmen Verbraucher in die Entwicklung eines neuen Produktes ein.

Die Öffnung des Innovationsprozesses, zieht einen aktiven strategischen Nutzen für die Unternehmen nach sich. Die Außenwelt wird genutzt um das eigene Innovationspotenzial zu vergrößern. Fiat hat durch das "Open-Innovation-Prinzip" ein Zeichen in der Automobilindustrie gesetzt.

So funktioniert das Fiat500-Prinzip

Mit dem Concept Lab hat Fiat seinen Innovationsprozess gezielt geöffnet und von der Intelligenz und Kreativität der Masse profitiert. Damit verbunden war nicht nur ein einzigartiges Produkt mit einer immensen Vielfalt an Variationsmöglichkeiten, sondern auch ein einzigartiges Medienecho und Kundeninteresse bereits vor Markteinführung.

Wenn auch Sie vom Fiat500-Prinzip profitieren wollen, überlegen Sie sich

  • Wie können Sie Ihre Kunden in die Phase der Produktentwicklung mit einbeziehen?
  • Wie können Sie die Vielfalt der Austattungen oder Merkmale Ihrer Produkte stark erhöhen?

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Link zum Fiat 500 Concept Lab

Bericht über Fiat 500 und Concept Lab in der Netzeitung

Artikel im Blog von Elita Wiegand

Wikipedia-Artikel zu Open Innovation