Archiv 2007
Die klügsten Bauern haben die dicksten Kürbisse
Viele Bauernhöfe verkaufen ihre Produkte heute auch in eigenen Bauernläden. Die Kunden profitieren von geringeren Preisen und Frische der Produkte – und in Zeiten von Rinderwahnsinn und Gammelfleisch wissen wir Konsumenten heute gerne, von welcher Kuh unsere Milch kommt. Was aber muss ein Bauernhof tun, um auf den Touristenportalen als Ausflugserlebnis genannt zu werden? Der Schweizer Bauernhof Jucker Farmart im Kanton Zürich hat im gesamten Umland mittlerweile Kult-Status erreicht, weil er viel mehr bietet als Hasen-Streicheln und Bauernladen.
Der Bauernhof wartet im ganzen Jahr mit einem Rundum-Angebot auf. Höhepunkt des Jahres ist das herbstliche Kürbisfest. 2006 stand dies ganz unter dem Motto „Wilder Westen“. Auf dem gesamten Gelände wurden nicht nur alle denkbaren Kürbissorten verkauft. Überall standen überlebensgroße Planwagen, Cowboys auf ihren Pferden, Indianerzelte und viel mehr – natürlich komplett aus Kürbissen nachgebaut. Dazwischen jagten echte Cowboys auf ihren Pferden über den Hof. Für ein kleines Nickerchen zwischendurch bieten sich die Hängematten unter den Obstbäumen an, von denen man auf den angrenzenden See schaut.
Alle Produkte in der Hofküche werden in dieser Zeit aus Kürbis hergestellt: Kürbissuppe, Kürbisnudeln, Kürbisreis oder auch Kürbissekt wurden sowohl zum Verzehr vor Ort als auch zum Mitnehmen angeboten.
Besucher können auf dem Hof selber durch die Felder streichen und dort Erdbeeren, Äpfel, Brombeeren und Himbeeren sammeln, die an der Kasse zu bezahlen sind. Kinder halten sich gerne in der Nähe der Streichel-Schweine oder –Ziegen auf, während die Eltern im Hofladen frisches Fleisch, Obst, Gemüse, Wein, selbstgebackenes Brot und Kuchen oder (klar, wir sind ja in der Schweiz) Käse einkaufen.
Wer jetzt noch an eine „ganz nette Bauernhof-Idee“ denkt, wird spätestens bekehrt, wenn er den Erfolg in Zahlen liest: Allein in der Zeit der Kürbisausstellung besuchen bis zu einer Million Menschen den Hof! Und das große Angebot im Hofladen und auf den Feldern sorgt dafür, dass jeder Besucher mehrere Franken dort lässt!
Trotzdem ruhen sich die Inhaber nicht auf ihren Lorbeeren aus: Sie entwickeln ihr Produkt ständig weiter und denken sich neue Angebote aus.
Im letzten Jahr wurde so eine Pilzeria begonnen: Dort können Besucher verschiedenen Pilzsorten beim Wachsen auf Baustümpfen zusehen. Winterliches Käse-Fondue oder Angebote für Gruppen sorgen auch in den sonst schwachen Monaten November bis Januar für regen Publikumsverkehr.
So funktioniert das Jucker-Prinzip
Der Bauernhof Jucker Farmart ist ein Beispiel aus der Kategorie „Zu Ende gedacht“. Er bietet Kunden das komplette Programm und schöpft aus diesem Reichtum seines Angebots. Er verführt die Besucher dazu, sich so lange wie möglich bei ihm aufzuhalten und mit Freunden, Bekannten und der ganzen Familie wieder zu kommen.
Was direkt oder entfernt in das Programm eines Bauernhofs passt, bietet er im passenden Ambiente an.
Wenn Sie auch vom Jucker-Prinzip profitieren wollen, überlegen Sie sich:
- Wie könnten Sie Ihr Angebot mit angrenzenden Leistungen vervollkommnen?
- Wie könnten Sie es schaffen, dass die Kunden gerne zu Ihnen kommen und sich sehr wohlfühlen?
- Welches Komplett-Programm könnten Ihre Kunden schätzen?
Wer sein Angebot nur um ein, zwei Angebote erweitert, wird damit noch nicht zum erfüllenden Gesamt-Anbieter! Der Kunde muss bei Ihrem Gesamt-Angebot das Gefühl haben, dass er ausnahmslos alles bei Ihnen bekommt! Bieten Sie ihm das komplette Rundum-Sorglos-Paket!

