In den Medien

Hier finden Sie Presseartikel und Berichte über die consulteria sowie im Internet veröffentlichte Fachberichte.Hinweis: In einigen Artikel finden Sie noch den Hinweis auf "Kirchhoff Kooperations-Consulting". Der Firmenname wurde durch Umfirmierung auf "consulteria" abgelegt.

Die besten Ideen entstehen in der Kaffeeküche

Artikel über das Entstehen von Innovation

Krisenhafte Zeiten sind der denkbar schlechteste Moment, um neuen Ideen im Unternehmen Raum zu geben. Aber der Impuls „Wir müssen was ändern!“ ist nahe liegend, wenn das Geschäft nicht läuft wie geplant. Innovation – das modernste aller Business-Zauberwörter lässt Fragen keimen: Was bedeutet die viel beschworene Innovationsfähigkeit eines Unternehmens? Sind gute Ideen Zufall? Wie lassen sie sich umsetzen? Und vor allem: Wie gelingt es kleinen Unternehmen, aus dem Alltag eine Ideenwerkstatt zu machen? Andrea Hansen hat mit vier Beraterinnen gesprochen, die beim Ideen finden helfen.

Anna-Maria Baar wusste, dass sie etwas ändern muss. Ihr war klar, dass es „im Unternehmen nicht mehr passte“ – das hat die studierte Malerin und Inhaberin einer Internetagentur in Köln intuitiv gespürt und die Zahlen haben es bestätigt. Anna-Maria Baar ist eine Frau, die die Dinge angeht, sich nicht vergräbt, sondern aktiv wird. Im Fall ihrer Firma bedeutete das eine Neu-Erfindung. „Für solche Prozesse braucht man andere Menschen, man kann nicht nur im eigenen Saft schmoren und da auf die Erleuchtung warten“, sagt Anna-Maria Baar.

Schon gar nicht, wenn die Krise bereits da ist. Doch leider ist das meist der Moment, in dem sich Unternehmen neuen Ideen zuwenden – wenn die Notwendigkeit sicht- und spürbar wird. Dabei sagen 61 Prozent der befragten Manager in einer Studie des Wirtschaftsmagazins „Capital“, dass Innovationen für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens „sehr wichtig“ sind. Weitere 32 Prozent stufen sie immerhin noch als „wichtig“ ein. Macht also in der Summe 93 Prozent theoretisch für Neuerungen offene Managerhirne und -herzen. Die praktische Experimentier- und Risikofreude im eigenen Unternehmen empfindet aber nur rund die Hälfte der Befragten als ausgeprägt. „Viele beschäftigen sich erst mit der Ideensuche, wenn der Umsatz sinkt“, sagt Monika Heimann, Inhaberin der Beratungsagentur „Arthopia“. „Dabei sollte ein Unternehmen vom Formulieren der Geschäftsidee an nicht mehr aus dem Prozess von Optimierung und Erneuerung heraus kommen.“ Die Beschreibung eines Idealzustandes – das weiß auch Andia Ratering, ganzheitliche Unternehmensberaterin von „Fluidum Communications“: „Theoretisch ist antizyklisches Verhalten immer besser, doch so arbeiten leider die wenigstens Menschen.

Andia Ratering hat Anna-Maria Baar beraten. Sie hat ihr den Blick aufs Ganze geboten – unter anderem mit systemischer Astrologie. Anna-Maria Baars Firma war sehr techniklastig geworden – sie selbst ist Künstlerin, ihre Kernkompetenz liegt nicht in der Programmierung. Um ihre Fähigkeiten optimal zu nutzen, musste die Firmenidee neu formuliert werden. Andia Ratering definiert mit Hilfe der Astrologie den günstigen Moment für Veränderungen nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Genau das wollte Internet-Fachfrau Anna-Maria Baar: „Ich gehe nicht nur als Geschäftsfrau, sondern auch als Mensch so durchs Leben, dass ich Dinge nie isoliert betrachte. Ich möchte nicht rein wirtschaftlich wahrgenommen werden. Durch den astrologischen Aspekt erfolgt in der Beratung eine übergeordnete Einordnung und die Bestimmung eines klaren Zeitrahmens.“

Mut zur gewagten Idee

Gründungsberaterin Monika Heimann sagt, dass viele schon bei ihrer Start-Idee den günstigen Moment verpassen. Sie fordert Existenzgründer auf, ruhig nach den Sternen zu greifen: „Wann, wenn nicht jetzt?“ Kompromisse würden schnell genug den gewundenen Weg einer gewagten Idee begradigen – dieser Prozess sollte nicht noch durch die Schere im Kopf und Selbstbeschneidung von Wunschträumen befördert werden: „Es geht darum, eine Idee zu finden, die zur Unternehmerin passt und sich nicht aus pragmatischen Gründen eine fremde Idee überzustülpen.“

Gleich ob in der Gründungsphase oder im laufenden Geschäft – Ideen brauchen ein bestimmtes Klima, um zu wachsen. Und daran fehlt es in vielen Firmen, weiß Jana Görs, Mit-Inhaberin der Ideenfabrik „Zephram“: „Viele Unternehmen schreien nach neuen Ideen, aber ich erlebe es ganz oft, dass gerade die innovativsten Ideen schon im Ansatz eliminiert werden. Innovative Ansätze bergen natürlich oft auch das größere Risiko. Viele Unternehmen sagen zwar, dass sie Innovationen wollen, aber in der Umsetzung gehen sie dann doch auf Nummer Sicher. Es gibt in ganz wenigen Unternehmen eine Ideenkultur.“ Innovationen werden also oft weder gefordert noch gefördert. Neue Ideen werden in Schubladen zu alten, weil man in sie investieren müsste. Heike Kirchhoff kennt diese Effekte aus ihrer Erfahrung als Kreativ-Katalysator ebenfalls: „Es gibt sie, die Querdenker in Unternehmen, sie sind aber oft sehr still. In Workshops tritt häufig zu Tage, welche Ideen da schlummern. Chefs sind oft von ihren Mitarbeitern überrascht. Oder von sich selbst.“

Wie aus der Idee eine Innovation wird

Oft möchte niemand die Verantwortung für eine Idee übernehmen, weil die Gefahr besteht, mit ihr zu scheitern. Das erlebt auch Monika Heimann: „Das meiste Wissen ist in den Firmen, in den Köpfen der Mitarbeiter. Nur: Wie kriegt man sie dazu, es preiszugeben? Wenn der Mitarbeiter weiß, dass Mitdenken gefragt ist, wird er es tun. Ganz wichtig ist eine Kultur der Fehlertoleranz. Ein Unternehmen, das angepasstes Verhalten belohnt, wird niemals ausgetretene Pfade verlassen.“ Heike Kirchhoff kann das nur unterstreichen: „Der Mut, es nachher umzusetzen, gehört zum Innovationsprozess. Eine Idee allein ist noch nichts wert. Wertig ist erst das Umsetzen in die Praxis – also zum Beispiel ein Patent anmelden, Zielgruppen recherchieren usw. – erst all’ das macht eine Idee zum Produkt.“ Beispiele dafür gibt es in der Wirtschaftsgeschichte viele. Das bekannteste ist Edison. Er sammelte Einfälle anderer und entwickelte sie weiter bis zur Marktreife. Edison hatte nicht die Ursprungsidee – auch nicht die für die Glühbirne. Doch er verstand es, Ideen nutzbar zu machen, Innovationen zu schaffen.

Darum ging es auch für Anna-Maria Baar in der Beratung durch Andia Ratering. Sie war bereit, alte Strukturen komplett zu verändern. Im Mittelpunkt stand bei der Beratung zunächst sie als Unternehmerin und Persönlichkeit. Andia Ratering bringt Methoden aus anderen Wissensbereichen in ihre Unternehmensberatung mit ein, nicht nur die Astrologie. Sie arbeitet unter anderem mit dem „Human Design System“: „Damit kann man energetische Strukturen erkennen – wer ist wie strukturiert und funktioniert darum wie und mit wem im Team besonders gut?“ Im Fall der Internetagentur von Anna-Maria Baar wurde dadurch klar – der Fokus der Firma hatte sich verschoben. Das tat der Unternehmerin nicht gut, weil ihr Wissen zu wenig abgefragt und genutzt wurde. Aber es schadete der Firma auch, weil sie zu viele Kenntnisse zu teuer einkaufen musste.

Völkerverständigung und Humor

Innovationen schaffen viele Unternehmensteile in der Regel gemeinsam. Nicht ein einzelnes Genie tüftelt vom Geistesblitz ausgehend bis zur Produktreife allein vor sich hin. Es tritt meist eine heterogene Gruppe an, um eine neue Idee voranzutreiben. Die für eine Innovation nötigen Abteilungen oder Personen kommen oft aus ganz unterschiedlichen Bereichen. „Völkerverständigung“ müsse sie da schon mal initiieren, sagt Monika Heimann, weil nicht alle „dieselbe Sprache sprechen“. An diesem und anderen Punkten des Prozesses nutzt sie Humor als Schlüssel. Sie lässt Teilnehmer an Workshops Witze erzählen, „da lernt die Buchhaltung ganz schnell, wie das Marketing tickt“. Es gebe nicht nur eine Unternehmens-, sondern auch eine Abteilungskultur. Humor ist für Monika Heimann fast eine Allzweckwaffe im Kampf um neue Ideen: „Er ist sehr verwandt mit der Kreativität. Der Gag, über den man am Ende eines Witzes lacht, ist dem Aha-Effekt bei einer Idee sehr ähnlich. Krea-tivität ist dann mit einer gewissen Leichtigkeit verbunden. Sie hat auch aus sich heraus weitergehende Effekte. In einem Team von Pädagogen ist der Mathematiker der Außenseiter. Doch im Innovationsprozess werden seine Fähigkeiten auf einmal wichtig.“ Kooperation und Kommunikation – Monika Heimann fehlen in vielen Firmen ganz praktisch Freiräume fürs „Ideen spinnen“: „Es ist wichtig, dass Zeit und Raum für Austausch da ist. Manchmal reichen kleine bauliche Veränderungen. Es stimmt tatsächlich, dass die besten Ideen nicht selten in der Kaffeeküche entstehen.“

Allein in der Kaffeeküche?

Wer als Einzelunternehmerin agiert, steht in der Kaffeeküche allein da, kann also nicht auf eine Initialzündung durch Kolleginnen oder innovative Ideen von Mitarbeitern bauen. Die Erneuerung muss aus sich selbst erfolgen. Heike Kirchhoff hat für die Formulierung ihrer neuen Idee „Consulteria“, mit der sie seit kurzem nach Jahren als klassische Unternehmensberaterin am Markt ist, die „Blaue-Ozean-Methode“ genutzt. Und die nutzt sie auch mit und für Kunden in Ideenfindungsprozessen: „Man nimmt sich seine Branche vor, schaut sich an, was die Schlüsselfaktoren sind und prüft, wie nötig diese Schlüsselfaktoren sind. Bei der Unternehmensberatung zum Beispiel ist ein Faktor der intensive Einsatz von Fachsprache, also Begriffen, die kein Normalsterblicher versteht.“ Die „Blaue-Ozean-Methode“ stellt genau diese Faktoren in Frage: „Damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, die es am Markt so noch nicht gibt.

Querdenken hat Methode im „Blauen Ozean“. In „Roten Ozeanen“ geht es nur darum, den Konkurrenten zu übertreffen, sich einen größeren Anteil an der sinkenden Nachfrage zu sichern. Die Sache mit den großen und kleinen Fischen also. Wer nicht gefressen werden will, muss schneller schwimmen – doch wehe, die Puste geht aus. Wenn zum Beispiel die Preisspirale sich zu weit gedreht hat. Besser dran ist, wer neue Nischen besetzt, in denen sich niemand sonst tummelt: „Wenn man unumstößliche Wahrheiten auf den Kopf stellt, kommen dabei oft umwerfende Ideen heraus.“

Die Ideenwerkstatt in den Alltag integrieren

Ressourcen für neue Ideen schlummern in den Firmen, werden aber nicht genutzt. Problemlösungskompetenz ist vorhanden, wird aber nicht wahrgenommen. In beiden Fällen braucht es den Anstoß von außen. Jede Innovation bringt Unruhe in Abläufe. Alte Gewohnheiten und Routinen müssen in Frage gestellt, Strukturen aufgebrochen und verändert werden. Große Unternehmen institutionalisieren solche Prozesse, sie initiieren Ideenwerkstätten oder Think Tanks. Diese Ressourcen sind in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) meist nicht vorhanden. Hier müssen solche Prozesse in den Alltag integriert werden. Das ist besonders schwer. Doch Monika Heimann sieht auch Vorteile: „Sie sind nah dran und so in einer günstigen Position, können direkt und flexibel auf veränderte Kundenwünsche ein-gehen und neue Nischen besetzen. Der Trend geht zu individualisierten Produkten – wer seinen Kunden gut kennt, ist klar im Vorteil zum ‚global player’.“

Perspektivwechsel in der Ideenfabrik

Für ganz pragmatische Charaktere bietet Jana Görs „Idea Engineering“. Ihr Magdeburger Unternehmen „Zephram“ spricht bewusst von „Ideenproduktion“ und nutzt eine Technologie und nicht nur Techniken. Der Erfolg bei der Ideenfindung soll nicht von der Kreativität der Teilnehmer abhängig sein: „Wir gehen das aus unserem Blickwinkel des Ingenieurs an. Dazu haben wir zunächst Kreativitätstechniken und die dahinter liegenden Prinzipien durchleuchtet und drei wesentliche Wege ausgemacht, mit deren Hilfe man den nötigen Perspektivwechsel herbeiführen kann, um Denkblockaden im Innovationsprozess aufzuheben. Jeder Weg spricht unterschiedliche Teilnehmer an und hat andere Effekte. Der eine produziert viele Ideen, von denen nur wenige brauchbar sind, der andere bringt sehr wenige hervor, die aber alle eine hohe Qualität haben.“ Im „Idea Engineering“ werden diese Stärken kombiniert, für jede „Ideenfabrik“ individuelle „Drehbücher“ geschrieben. Individuell, aber berechenbar, sagt Jana Görs, und will mit „ihrer“ Methode den Ideen das Zufällige nehmen. Ingenieurhaft heißt nicht, dass die Ideenfabrikanten jeden Prozess im Detail durchdringen: „Es ist immer wieder spannend zu sehen, wenn wir einem Unternehmen helfen, sein Wissen zu aktivieren. Wir bereiten die Ideenfabrik vor, schreiben die Drehbücher usw. – aber die Ideen, die wir dabei produzieren, verstehen wir ganz oft nicht mal im Ansatz.“ Auch im „Blauen Ozean“ ist Heike Kirchhoff nicht die Neben-Expertin, sie konzentriert sich auf ihre Kompetenz und lässt den Unternehmen ihre. Die Beraterin als detaillierte Branchenkennerin hält sie für ein Ding der Unmöglichkeit und darüber hinaus für unnötig: „Es ist schwierig, besser über eine Branche informiert zu sein als der, der täglich damit zu tun hat. Ich bevormunde meine Kunden nicht, sondern gebe ihnen neue Impulse, die sie auf eigene innovative Ideen bringen.“

Vertrauen ist der Motor für Veränderung

Das Wichtigste im Innovationsprozess ist der Glaube an die Wahl der richtigen Mittel, die Erfahrung hat Anna-Maria Baar gemacht: „Wenn man das Gefühl hat, dass die neuen Ideen passen, gibt das ein enormes Selbstbewusstsein für die Umsetzung. Dann kann man Dinge schaffen und den neuen Weg auch durchhalten.“ In ihrem Fall waren einige Schritte nötig, für die sie dieses Selbstbewusstsein gut gebrauchen konnte, sie hat Mitarbeiter, aber auch Kunden gekündigt, die nicht zu ihrer neuen Idee von der Internetagentur mit gestalterischem Fokus passten. Vertrauen ist der Schlüssel zu Ideen: Vertrauen in die eigene Innovationskraft, in die Vorschläge der Mitarbeiter, in die Wahl des passenden Beraters und in die Fähigkeiten dieses Kreativ-Katalysators. Vertrauen ist der Motor für Veränderung.

Autorin: Andrea Hansen

freie Journalistin in Münster